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Streik bei Chung Hong: "Wir sind keine Maschinen"

Weiterer Protest vor LG und Chung Hong

11.07.2012

An die 60 Leute protestierten am 11. Juli vor dem Werken von LG Electronics und Chung Hong Eletronics in der Sonderwirtschaftszone bei Wroclaw. Unter den Protestierenden waren 25 entlassene ArbeiterInnen, denen der Arbeitgeber disziplinarisch gekündigt und damit gegen das Gesetz über Arbeitskämpfe verstoßen hat. Die Entlassungen sind illegal, die ArbeiterInnen werden vor Gericht auf Unwirksamkeit der Kündigung und Entschädigungen klagen.

Durch die disziplinarische Entlassung von 24 Beschäftigten führte die Firma am Dienstag eine Aussperrung durch, bei der sie sich ihrer ältesten und qualifiziertesten ArbeiterInnen "entledigte". Während der Kundgebung wurde immer wieder unterstrichen, dass der chinesische Arbeitgeber eins der wichtigsten Bürgerrechte, nämlich das Streikrecht verletzt.

Die Demonstration begann vor dem Werk von LG Eletronics, dem einzigen Auftraggeber von Chung Hong, während des Schichtwechsels. An diesem Tag lieh sich Chung Hong wegen des Arbeitskräftemangels ArbeiterInnen von LG aus, um die bis dahin vom Streik gelähmte Produktion weiterzuführen.

Vor den Fenstern des LG-Werks fanden auch zahlreiche Redebeiträge statt, u.a. von entlassenen Gewerkschafterinnen, die sagten: "Wir lassen uns nach fünf Jahren Arbeit nicht wie Müll behandeln und werden für unsere Rechte kämpfen." An die LG-ArbeiterInnen wurden Flugblätter zum Streik und den Entlassungen verteilt, in denen sie zum gemeinsamen Protest gegen die Ausbeutung in der Ausbeutungssonderzone aufgefordert werden. Es wurde unterstrichen, dass viele ArbeiterInnen in der Zone in einer ähnlichen Situation wie bei Chung Hong sind und daher ein solidarischer Kampf notwendig ist.

LG Electronics brachte seinen Standpunkt über die Medien zu Gehör, nämlich die absurde Aussage, der Verstoß gegen ArbeiterInnenrechte und die dadurch entstandenen Proteste würden "das Investitionsklima in Polen verderben und die wirtschaftliche Entwicklung in unserem Land blockieren". Das zeigt mal wieder, dass globale Konzerne (wie LG aus Korea), die gigantische öffentliche Hilfe von der polnischen Regierung (Steuerbefreiung) kassieren, sich nichts aus dem polnischen Recht und dem Streikrecht machen. Es zeigt sich, dass die polnische Regierung mit der Einrichtung der Sonderwirtschafszonen auch die permanente Ausbeutung von ArbeiterInnen eingerichtet hat.

Die Demo lief im Sambarhythmus durch die Zone und skandierte "Wer Elend sät, wird Wut ernten" vor dem Chung-Hong-Werk, um schließlich in die Fenster der Geschäftsführung zu rufen: "sie lügen". Die Protestierenden trugen eine Reihe von Transparenten, auch auf chinesisch an die Geschäftsführung gerichtet mit der Parole: "Wir sind keine Maschinen"; "Chung Hong beutet aus, LG profitiert", "Menschen vor Profiten". Die Protestierenden sangen auch ein Lied für die Geschäftsführung: "Hallo Vorstand, wie geht es dir? Sag mir, wann ich dich wieder seh!" Der von den paramilitärischen Werkschützern von Nord-Wacht umstellte Vorstand hatten offensichtlich Angst vor den protestierenden Menschen und kam wie üblich nicht raus, um mit den entlassenen GewerkschafterInnen zu reden.

Gegen 16 Uhr löste die Demo sich auf mit der Parole: "Wir geben niemals auf!" Die IP kündigte die Fortsetzung der Proteste an.

Wie bitten um finanzielle Unterstützung für den Streikfonds, der vollständig an die Kampagne gegen Chung Hong und finanzielle Hilfe für die entlassenen ArbeiterInnen gehen wird, denen durch die empörende und illegale Vorgehensweise des Arbeitgebers die Mittel zum Lebensunterhalt genommen wurden.

Account holder:

OZZ Inicjatywa Pracownicza
Address: ul. Kościelna 4, 60-538 Poznań, Poland

Bank: Volkswagen Bank direct
Address: Rondo ONZ 1, 00-124 Warsaw, Poland

Account number: 88 2130 0004 2001 0577 6570 0001
IBAN:
VOWAPLP1
SWIFT:
PL88 2130 0004 2001 0577 6570 0001
Reference:
"Chung Hong Solidarity Strike Fund"

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Entlassungen und Aussperrung bei Chung Hong. Sie treten das Streikrecht mit Füßen

10.07.2012

Heute wurden bei Chung Hong 24 Streikenden entlassen. Die Betriebskommission der IP kritisiert das Verhalten des Unternehmers in aller Schärfe. Das polnische Arbeitsrecht legt fest, dass "die Beteiligung eines Arbeiters an einem im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften organisierten Streik keine Verletzung der arbeitsvertraglichen Pflichten darstellt". Formell besitzt der Unternehmer keine rechtlichen Mittel, die es ihm erlauben würden, Sanktionen gegen ArbeiterInnen zu verhängen oder gar den Arbeitsvertrag aufzulösen. Die Entlassungen verletzen Art. 23 des Gesetzes über die Lösung von Arbeitskonflikten. Das Streikrecht gehört zu den grundlegenden Menschenrechten und Gewerkschaftsfreiheiten. Die Streikenden brauchen unbedingt Unterstützung. Morgen (Mittwoch) findet eine Kundgebung vor dem Betrieb statt.

Seit Jahren ist zu hören, dass in den Sonderwirtschaftszonen ArbeiterInnenrechte verletzt werden, dass gegen Arbeitssicherheitsvorschriften verstoßen wird und die allerniedrigsten Löhne gezahlt werden. Daher kann es nicht verwundern, dass von Zeit zu Zeit Konflikte und Streiks ausbrechen. Der chinesische Arbeitgeber bei der in einer Sonderwirtschaftszone bei Wroclaw angesiedelten Firma Chung Hong hat in einer solchen Situation schlicht eine Aussperruntg vorgenommen. Zuerst hat er in der letzten Woche Krzysztof Gazda entlassen, ein Mitglied der Betriebskommission der IP, der durch das Gewerkschaftsgesetz eigentlich Schutz vor Entlassung genießt. Er hätte erst recht nicht entlassen werden dürfen, da bei Chung Hong ein Arbeitskampf stattfindet. Der Unternehmer hat die Vorschriften komplett ignoriert. Einige Tage später wurden bei Chung Hong die nächsten Streikenden disziplinarisch entlassen.

Die Entlassung von Gazda war der unmittelbare Auslöser für den Ausbruch des Streiks. Der Protest der ArbeiterInnen war absolut berechtigt, da die Geschäftsführung nicht nur illegal einen Gewerkschaft entlassen hatte, sondern von vornherein die Durchführung des Arbeitskampfes erschwert hatte. Dass sich die Belegschaft in dieser Situation an das gesetzliche Prinzip hielt, wonach der Streik das allerletzte Mittel seit, war ein taktischer Fehler. De facto erlaubt das Gesetz die sofortige Ausruf eines Streiks, wenn der Arbeitgeber sich nicht an die gesetzlichen Vorschriften über Arbeitskämpfe hält. Der mehrmals verschobene Streik brach letztlich zu spät aus. Heute entlässt der Arbeitgeber nicht nur die Streikenden, sondern schließt auch die Fabrik wegen Werksferien. Die Hallen werden mehrere Wochen lang leer stehen.

Die IP (Arbeiterinitiative) hat schon viele Arbeitskämpfe und Streiks durchgeführt, u.a. bei H. Cegielski in Poznan, gei Greenkett, bei SP ZOZ in Bielsko-Biala, beim städtischen Kinderbetrieb in Poznan usw. Unsere AktivistInnen haben auch Erfahrung mit Arbeitskämpfen und Streiks in anderen Firmen, z.B. bei der polnischen Post. Die Summe dieser Erfahrungen ist ziemlich bitter: Das Streikrecht wird permanent eingeschränkt. Das liegt an vielen Faktionen, u.a. an den unklaren Vorschriften, die von den Arbeitgebern nach Belieben interpretiert werden. Die Arbeitgeber können sich meistens gut bezahlte Anwälte leisten und verdrehen das Gesetz, wie es ihnen passt. Vor allem geht es ihnen darum, die Belegschaft irrezuführen und einzuschüchtern, indem permanent behaupt wird, Aktionen und eventuelle Streiks seien illegal. Darüber hinaus werden die Argumente der von den Arbeitgebern angeheuerten Anwälte manchmal zur gültigen Rechtsauslegung, weil die Staatsanwaltschaft oder die Staatliche Arbeitsinspektion PIP, die eigentlich gegen die Einschränkung des Streikrechts einschreiten müssten, passiv bleiben. Zuletzt antwortete die PIP z.B. auf die Frage der Beschäftigten der Kinderkrippen, ob sie das Recht auf Streik hätten, sie wüsste es nicht, und das Amt des Premierministers, dass sie dieses Recht "wahrscheinlich nicht" hätten. Unsere Gewerkschaft ist der Auffassung, dass sie dieses Recht besitzen, und der Arbeitgeber findet, dass sie es nicht besitzen. Der Arbeitskampf läuft weiter, und erst ein Gericht wird die Frage klären. Währenddessen sprechen die Arbeitsgerichte, die sich im Schneckentempo mit Klagen befassen, ihre Urteile vollkommen losgelöst von den realen Ereignissen – oft über ein Jahr nach Beginn des Arbeitskampfes. Vielleicht bekommt ein illegal entlassener Arbeiter dann Recht (eine Abfindung), aber dadurch erhält er sein Streikrecht nicht zurück.

Im Zusammenhang mit alldem lässt sich beobachten, dass die die Arbeitgeber in Polen permanent das Streikrecht einschränken und die Normen der Internationalen Arbeitsorganisation verletzen, auf deren Empfehlungen der chinesische Arbeitgeber von Chung Hong einen feuchten Dreck gibt. Folglich hat er demonstrativ eine Aussperrung durchgeführt, weil er weiß, dass das eventuell damit verbundene Risiko nicht groß ist – viel kleiner im Vergleich zum Risiko, das die ArbeiterInnen eingehen, wenn sie sich zur Teilnahme am Protest entschließen. Letztlich zeigt sich immer häufiger, dass das Gesetz, mit dem 1990 das Streikrecht wieder eingeführt wurde, eine völlige Fiktion ist.

Die Aussperrung bei Chung Hong darf aber nicht ohne Antwort bleiben, sowohl auf betrieblicher (der Streik geht weiter) als auch auf landesweiter Ebene. Bei letzterem geht es jetzt darum, die Einschränkung (oder vielmehr Abschaffung) des Streikrechts und die Passivität der für seinen Schutz zuständigen Institutionen zu problematisieren. Angesichts der Verschärfung bzw. Einschränkung des Versammlungsrechts in der letzten Zeit wird klar, dass wir es mit dem Rückgang von bürgerlichen Freiheiten zu tun haben.

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Streik, Kundgebung und internationale Unterstützung für die Chung-Hong-ArbeiterInnen

07.07.2012

Der Streik bei Chung Hong Electronics hält seit dem 28. Juni unvermindert weiter. Etwa 40 Leute kündigten an, den Streik in den kommenden Woche fortzusetzen. Der Unternehmer hat die Kundgebung der ArbeiterInnen auf dem Platz vor der Fabrik eine ganze Woche lang ignoriert, bis er sich schließlich am 6. Juli beugte und die Bereitschaft zu Gesprächen ankündigte. Das bedeutet keine Aussetzung des Streiks. Der Unternehmer erklärt nämlich einerseits in einem offiziellen Schreiben an die Medien seine Bereitschaft zu einer Einigung, andererseits hat die Betriebskommission der IP bei Chung Hong am Freitag von ihm einen Antrag auf Zustimmung zur Entlassung von 22 Streikenden bekommen!

Die ArbeiterInnen von Chung Hong Electronics aus der Sonderwirtschaftszone bei Wroclaw verlangen: Sofortige Wiedereinstellung des illegal entlassenen Gewerkschaftsaktivisten Krzysztof Gazda, eine offizielle Erklärung, dass die Geschäftsführung keine Repressionen gegen die Streikenden unternimmt und die Erfüllung der Forderungen, um die es im seit zwei Monaten andauernden Arbeitskampf geht. Die Geschäftsführung will auch nicht mit den Medien reden, sie hat nur in einer offiziellen Erklärung angekündigt, Gespräche mit der Gewerkschaft aufnehmen zu wollen.

Am Donnerstag, dem 5. Juli fand vor dem Werk eine weitere Solidaritätskundgebung mit den streikenden ArbeiterInnen statt. An der Kundgebung nahmen auch VertreterInnen der mit der IP verbundenen lokalen Szene und AktivistInnen anderer Gruppen aus Wroclaw statt. Vor dem Werk drückten auch Mitglieder der Sambagruppe Rhythm of Resistance und eine Vertreterin der werksübergreifenden Kommission der Kinderkrippen in Poznan ihre Solidarität aus. Auf der Kundgebung waren zahlreiche Lokalmedien anwesen – sie wurden ins Werk hineingelassen, aber niemand von der Geschäftsführung kam zu ihnen heraus.

Während es Protests kam es zu Rangeleien mit dem Werkschutz, der versucht, die streikenden ArbeiterInnen von denen zu isolieren, die die Arbeit nicht niedergelegt haben. Der Unternehmer unternimmt große Anstrengungen, um die Belegschaft zu zerstreiten und zu spalten. Den ArbeiterInnen wird mit Entlassungen und der Abschaffung der Werksbusse gedroht. Trotz der herrschenden Hitze werden die Streikenden nicht in den Betrieb hineingelassen. Auf dem Platz vor der Fabrik werden sie permanent von einer Kette von Werkschützern bewacht, und sie dürfen die Werksbusse nicht benutzen, sondern fahren mit einem separaten Bus zum Werk.

Unterstützung bekamen die Streikenden auch von der Gewerkschaft Sierpien 80. Elzbieta Fornalczyk sagte: "Hier werden Arbeiterrechte mit Füßen getreten, wenn ArbeiterInnen, die sich an der Streik-Urabstimmung beteiligen, mit Entlassung bedroht werden und der Kontakt von Gewerkschaftern mit der Belegschaft behindert wird. Es ist ein Skandal, dass man in einem Land, in dem vor 30 Jahren die "Solidarnosc" gegründet wurde, heute erneut um dieselben Rechte kämpfen muss wie damals."

Internationale Unterstützung

Zahlreiche E-Mails zur Unterstützung der Streikenden gingen in den letzten Tagen nicht nur an Chung Hong Eletronics, LG Electronics Polska und die Industrieentwicklungsagentur, sondern auch an die landesweite Kommission der IP. Unterstützung kam u.a. von vielen Gliederungen der spanischen Gewerkschaft CGT und der Solidariedad Obrera.

An der Kundgebung vor dem Werk bei Chung Hong beteiligten sich auch AktivistInnen der FAU aus Deutschland und der IWW aus den USA.

In Kiew fand am 3. Juli eine Solidaritätskundgebung der Unabhängigen Gewekrschaft (АВТОНОМНА СПІЛКА ТРУДЯЩИХ) statt. In der Ukraine soll es eine Boykottaktion gegen LG geben.

Ein Solidaritätsappell erschien auch auf der Website von Indymedia Hongkong und auf anderen chinesischsprachigen Portalen.

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Streik bei Chung Hong: "Wir sind keine Maschinen"

(03.07.2012)

Am Dienstag, dem 3. Juli, geht der Streik bei Chung Hong Electronics weiter. Der Streik ist so erfolgreich, dass die Büroanstellten an die Montagelinien gestellt werden mussten. Bis morgen muss Chung Hong einen großen Auftrag für LG fertigstellen.

Der 2. Juli war der zweite Streiktag nach der Entlassung von Krzysztof Gazda, einem Aktivisten der Inicjatywa Pracownicza. Am Montag streikten ca. 40 Leute. Die Streikenden verbrachten die ganze Schicht vor dem Fabrikgebäude und riefen Parolen – gemeinsam mit den TeilnehmerInnen einer Kundgebung, von denen sie durch den Zaun und den Firmenparkplatz getrennt waren.

Denen, die die Arbeit nicht niedergelegt hatten, wurde zuerst mit der Streichung der Werksbusse gedroht (für viele würde das bedeuten, dass sie keine Möglichkeit mehr hätten, zur Arbeit zu fahren), danach wurde die Taktik geändert und bekannt gegeben, dass am nächsten Samstag ein Picknick (!) für diejenigen stattfindet, die sich nicht dem Streik anschließen. Alles fand hinter verschlossenen Türen und heruntergezogenen Jalousien statt. Den Streikenden wurde der Zugang zur Toilette verwehrt. Auch ein Dutzend ArbeiterInnen der zweiten Schicht schlossen sich dem Streik an.

Trotz erneuter offizieller Aufforderung zu Gesprächen seitens des Streikkomitees ignoriert die Geschäftsführung von Chung Hong jeden Verständigungsversuch. Bis heute behindert sie die Durchführung des vorschriftsgemäß von der Gewerkschaft von der Gewerkschaft geführten Arbeitskampfes (die Gewerkschaft hat Forderungen formuliert und die Etappe von Verhandlungen und Schlichtung durch einen externen Schlichter durchlaufen). Sie hat die Durchführung einer Streik-Urabstimmung behindert, indem sie Krzysztof Gazda aus dem Werksbus hinausgeworfen hat. Schließlich hat sie Krysztof entlassen und ihm den Zutritt zur Werksgelände verwehrt, obwohl er als Mitglied des Streikkomitees ein Recht darauf hat.

Vor der Fabrik fand eine von der Inicjatywa Pracownicza organisierte Solidaritätskundgebung statt, an der sich auch AktivistInnen vom ZSP Wroclaw sowie VertreterInnen der mit der IP befreundeten Organisationen FAU aus Deutschland und IWW aus den USA beteiligten. Anwesend war auch der entlassene Krzysztof Gazda. Die Kundgebung begann schon um 6.30 Uhr direkt vor der Ankunft der ArbeiterInnen der Frühschicht. Die ArbeiterInnen wurden aufgefordert, sich dem Streik anzuschließen und sich nicht von der Geschäftsführung einschüchtern zu lassen.

Den streikenden ArbeiterInnen wurden durch das Tor Transparente gezeigt: "Die Geschäftsführung lügt", "Chung Hong – übelste Ausbeutung", "Wir sind keine Maschinen", "Schluss mit der Ausbeutung". Es wurde versucht, von außen am Betrieb Streikparolen auszuhängen, was mit einem brutalen und rechtswidrigen Einsatz des Werkschutzes beantwortet wurde (Abreißen eines Transparents und Versuch, es zu verbrennen). Der Chef der Werkschützerfirma Nord-Wacht hing Zettel mit den Aufschriften "Privatgelände" und "Fotografieren verboten" aus, wobei er selbst sowohl die Streikenden als auch die UnterstützerInnen draußen filmte und fotografierte. Es wurde versucht, das Tor zum Betrieb aufzustoßen, und es wurden Parolen skandiert: "Jede Herrschaft hat ihre Türsteher", "Wir haben das Recht zu protestieren"; "Wer Elend sät, wird Wut ernten". Eie Zerstörung der Transparente wurde dokumentiert. Die UnterstützerInnen organisierten Verpflegung für die Streikenden.

Der Streik traf auch auf Unterstützung bei einem Teil der am Betrieb vorbeifahrenden AutofahrerInnen und PassantInnen. Es wurden skandiert: "LG profitiert, Chung Hong beutet aus", "Menschen vor Profiten", "Das vereinigte Volk wird nicht besiegt werden", "Menschen sind keine Firma", "Streik, Streik, Streik bei Chung Hong", "Geschäftsführung zur Arbeit für 1000 Zloty", "Eins zwei drei vier – Schluss mit der Scheiß-Ausbeutung, vier fünf sechs – balle deine Faust", "Wo ist die Geschäftsführung", "Diebe", "LG: Lubią Gnoić" [Wortspiel mit den Anfangsbuchstaben: "Die machen gern Stress"], "Schnall nicht den Gürtel enger, sondern balle deine Faust" und viele andere, die im Verlauf der Entwicklung der Situation oft spontan von den ArbeiterInnen und AktivistInnen ausgedacht wurden.

Der entlassene Krzysztof Gazda rief zum Kampf auf. Er ist zum Kampf mit der Geschäftsführung entschlossen. Er informierte ausführlich über die Praktiken von Chung Hong und rief auf, Widerstand zu leisten und den Protest auszuweiten. Krzysztof wird von der Belegschaft sichtbar unterstützt und fühlt sich trotz Entlassung weiter als ihr Mitglied. Er unterstrich, dass es bei Chung Hong um Menschen geht. Er blieb bis zur Pause in der Spätschicht (um 19 Uhr) bei den Streikenden.

Während der Kundgebung wurde eine Marionette des "Geschäftsführers" verbrannt – die Werkschützer versuchten den "Brand" mit einem Feuerlöscher zu löschen, was aber vor allem dazu führte, dass die Autos der ArbeiterInnen und Passanten vollgesprüht wurden. Bevor der symbolische Stroh-"Geschäftsführer" verbrannte, wurde er noch mit den oben erwähnten vom Werkschutz ausgehängten Zetteln ("Filmen verboten", "Privatgeländer" usw.) behängt.

Zweimal kam die Polizei – trotz Aufforderungen durch die ArbeiterInnen beschäftigte sie sich nicht mit der Situation im Betrieb und hielt sie es nicht für wichtig, den Streikenden Zugang zu den Toiletten zu verschaffen. Sie beschäftigte sich überhaupt weder mit den Rechtsbrüchen durch den Unternehmer noch mit der Zerstörung von Streikmaterialien durch die Angestellten von Nord-Wacht. Der zweite Einsatz sollte repressiven Charakter gegen Krzystof Gazda haben, der sich aber nicht einschüchtern ließ und vertrat, die eigentlichen Verbrecher seien Geschäftsführung und "Privatpolizei" in Form der Werkschutzfirma, nicht die Streikenden und Protestierenden.

Vor das Werk kamen lokale Medien, die mit den ArbeiterInnen und den UnterstützerInnen sprachen.

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Nächster Streiktag bei Chung Hong Electronics

(02.07.2012)

Der Streik bei Chung Hong Electronics geht weiter. Heute um 6.30 Uhr lehnten 20 von 50 ArbeiterInnen der Frühschicht die Aufnahme der Arbeit ab. Vor dem Werk fand eine Kundgebung statt, die bis 9.00 Uhr dauerte.

Der Werkschutz verweigerte den Protestierenden die Benutzung der Toiletten.

Die Geschäftsführung berief eine Belegschaftsversammlung ein, bei der die Streichung der Werksbusse, die die ArbeiterInnen in den Betrieb bringen, angekündigt wurde. Dies widerspricht den [vom Arbeitgeber selbst aufgestellten und rechtlich bindenden] Arbeitsregeln.

Vor dem Betrieb demonstriert eine Gruppe von mehreren Dutzend Mitgliedern der Inicjatywa Pracownicza zur Unterstützung der Streikenden.

Am Freitag fand ebenfalls in Warschau eine Solidaritätskundgebung statt. Ein gutes Dutzend Leute versammelten sich vor dem Sitz von LG, dem Hauptabnehmer der Erzeugnisse von Chung Hong Electronics.

Der Streik bei Chung Hong hat als Reaktion auf die Entlassung eines IP-Vertreters begonnen, der den Arbeitskampf mit dem Arbeitgeber führte.

Die ArbeiterInnen fordern die Begrenzung von Überstunden, die Wiedereinführung des Sozialfonds und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen sowie eine Lohnerhöhung um 300 Zloty (ca. 70 Euro) brutto.

Die streikenden ArbeiterInnen bitten darum, bei Chung Hong anzurufen, und sich solidarisch mit ihrem Protest zu erklären und die Wiedereinstellung des entlassenen Gewerkschafters zu fordern.

Telefonnummern: Nach Dominika Frydlewicz fragen: 717694723, 71 339 54 93, 71 7694720

Solidaritätserklärungen per Mail an:

Chung Hong Electronics Sp. z.o.o.
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(http://lewica.pl/index.php?id=26724)

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Chung Hong: nächster Streiktag

(02.07.2012)

Der Streik bei Chung Hong wurde heute fortgesetzt. Ein Teil der ersten und zweiten Schicht schloss sich dem Streik an. Vor dem Werktor lief den ganzen eine Solidaritätskundgebung. Lokale Medien waren anwesend. Die Werksleitung änderte ihren Standpunkt nicht. Sie behindert weiterhin die legale Durchführung des Arbeitskampfes. Sie verweigerte auch Stellungnahmen an die Presse.

Es wurden Transparente aufgehängt: "Schluss mit der Ausbeutung, wir sind keine Maschinen", "LG: Lubią Gnoić" [Wortspiel mit den Anfangsbuchstaben: "Die machen gern Stress"]. Es tauchte auch eine Marionette des Geschäftsführers auf und versuhte einige der am Zaun aufgehängten Transparent abzufackeln. Das Zufahrtstor zum Werksgelände wird von Werkschützern versperrt.

An der Kundgebung beteiligte sich ein gutes Dutzend Leute aus dem ganzen Land. Anwesend waren auch Vertreter von mit der IP befreundeten Gewerkschaften FAU aus Deutschland und IWW aus Großbritannien.

Der Streik geht weiter. Die Inicjatywa Pracownicza fordert zu Unterstützungsaktionen in Form von Protestbriefen an die Geschäftsführung des Betriebs auf.

(http://ozzip.pl/serwis-informacyjny/inne/1423-chung-hong-kolejny-dzie-strajku)

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Der Streik bei Chung Hong geht weiter!

(29.06.2012)

Seit mehr als zwei Monaten läuft ein kollektiver Protest in der chinesischen Fabrik Chung Hong Electronics in Polen. Vor einigen Tagen beschlossen die ArbeiterInnen eine Streik-Urabstimmung. Die ArbeiterInnen fordern: eine Lohnerhöhung um 70 Euro, die Wiedereinführung des Sozialfonds1, die Senkung der Jahreshöchstgrenze für Überstunden, die Wiedereinführung der kostenlosen Werksbusse für die ArbeiterInnen und weitere mit der Arbeitsorganisation und dem Einsatzplan verbundene Punkte. Am 28. Juni wurde ein Arbeiteraktivist aus disziplinarischen Gründen entlassen. Als Reaktion sind andere ArbeiterInnen sofort in den Streik getreten. Dieser Streik wird am 2. Juli fortgesetzt. Wir bitten um Protestbriefe an Chung Hong und LG Electronics Poland, um Solidarität mit dem Kampf zu zeigen.

Während der ersten Urabstimmung schickte der Unternehmer Werkschützer, die mit Gewalt Gewerkschaftsvertreter aus den Werksbussen herauswarfen. Zwischen dem 19. und dem 22. Juni fand eine zweite Urabstimmung im Werk statt, an der sich 54,9 Prozent der Beschäftigten beteiligten, von denen 89,4 Prozent für Streik stimmten. In den nächsten Tagen werden die ArbeiterInnen über die Weiterführung des Streiks entscheiden. Während der Schlichtung am 23. Juni, die 8 Stunden dauerten, saß die Geschäftsführung im einen Raum und die Belegschaftsvertreter im anderen, während die Schlichterin zwischen ihnen hin und her lief.

Obwohl die ArbeiterInnen während der Schlichtung Kompromisse vorgeschlagen haben (wie z.B. gestaffelte Lohnerhöhungen, d.h. mehr für die schlechter Verdienenden), bleibt die Geschäftsführung stur gegenüber allen Argument und verweigert jede Einigung. Die Geschäftsführung von Chung Hong will den Konflikt mit Gewalt lösen und hat keine Skrupel, extreme und illegale Mittel anzuwenden, um Druck auf die ArbeiterInnen auszuüben. Am 28. Juni wurde Krzysztof Gazda, Arbeiter und Aktivist der Inicjatywa Pracownicza, entlassen, ein klarer Verstoß gegen das polnische Arbeits- und Gewerkschaftsrecht. Er wurde entlassen, weil er – so behaupten die chinesischen Bosse – eine Streik-Urabstimmung organisierte, sich an der Kundgebung vor der Fabrik beteiligte und ein sofortiges Eingreifen des Schlichters während des Arbeitskampfes forderte.

Nachdem die ArbeiterInnen von Krzysztofs Entlassung erfuhren, weigerten sie sich, weiterzuarbeiten und traten in den Streik. Sie wählten ein Streikkomitee. 15 der aktivsten ArbeiterInnen (Mitglieder der Inicjatywa Pracownicza) wurde von der Geschäftsführung in der Kantine eingesperrt, um sie von den übrigen ProduktionsarbeiterInnen zu trennen. Die Geschäftsführung schickte Werkschützer gegen die ArbeiterInnen, um sie am Verlassen der Kantine zu hindern. Die Polizei wurde in die Fabrik gerufen, weigerte sich aber, aktiv zu werden. Spät in der Nacht wurden die ArbeiterInnen gezwungen, die Fabrik zu verlassen, und bekamen getrennte Werksbusse gestellt, um von den übrigen ArbeiterInnen getrennt zu bleiben.

Die Geschäftsführung droht, den anderen, die sich am Streik und der Urabstimmung beteiligt haben, ebenfalls zu kündigen, und behindert Kontakte zwischen den Mitglieder der Inicjatywa Pracownicza und den anderen ArbeiterInnen.

Die Arbeiter haben angekündigt, dass der Streik am Montag, dem 2. Juli weitergeht. Die Inicjatywa Pracownicza organisiert am selben Tag eine Kundgebug vor der Fabrik. Wir rufen zu Solidaritätsaktionen und Botschaften am 2. Juli und später auf, speziell vor LG-Niederlassungen.

Der Konflikt spielt sich in einer Fabrik in einer Sonderwirtschaftszone in Polen ab. Solche Sonderwirtschaftszonen profitieren von zahlreichen Steuererleichterungen (Ausnahmen von der Steuerpflicht, Lohnsubventionen). Chung Hong produziert fast ausschließlich für LG Electronics Poland und ist daher von Aufträgen von LG abhängig.

Angesichts der heftigen Repressionen und des Streiks bei Chung Hong, startet die Inicjatywa Pracownicza eine Protestkampagne, um ihre Unterstützung für die kämpfenden ArbeiterInnen auszudrücken. Wir erwarten, dass der Hauptauftraggeber LG Electronics Poland, die Behörden der Sonderwirtschaftszone und die lokalen Behörden sich in dem Konflikt positionieren.

Was könnt ihr tun?

Die IP bittet UnterstützerInnen, ArbeitskollegInnen und GenossInnen, ArbeiterInnenorganisationen und Gewerkschaften um Unterstützung für die ArbeiterInnen bei Chung Hong Electronics! Der Unternehmer muss spüren, dass Druck von unten von außerhalb der Fabrik kommt. Wir bitten euch um jede Öffentlichkeit und Unterstützung

Solidarität ist unsere Waffe!

Protestbriefe (s. Beispielbrief unten ) bitte an :

Chung Hong Electronics
YU Yung Tsai - chairman of the board
Innowacyjna 455-040
Biskupice Podgórne
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LG Electronics Polska Sp. z.o.o.
Don Hyung Kang
Aleje Jerozolimskie 162A
02-342 Warszawa
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Agencja Rozwoju Przemysłu S.A.
Oddział w Tarnobrzegu
ul. Zakładowa 30
39-400 Tarnobrzeg
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Letter of protest

Dear Sir/Madam,

I express my great concern about the current situation in the factory of Chung Hong Electronics in Biskupice Podgórne in the Special Economic Zone near Wroclaw. Chung Hong is abusing basic labour rights and the rights of the union Inicjatywa Pracownicza to run its activity. Workers went on strike, and I want to show solidarity with them.

Chung Hong is an almost exclusive subcontractor of LG Electronics Poland, that is why LG is also responsible for the situation.

Inicjatywa Pracownicza has entered the collective dispute with the employer more that two months ago. However, the employer, claiming that it is only an LG contractor, refuses to meet the basic demands of workers, including a wage increase (the wage is now the lowest in the entire Zone), the restoration of the Social Fund for workers, and others.

Moreover, worker activists are intimidated, harassed and threatened with dismissals. On the 28th of June Krzystzof Gazda was fired on disciplinary ground, a clear violation of Polish labour and union law. The company has sent guards against workers. Such politics of intimidation and the lack of will to find an agreement about any of the union demands shows that the Chinese Chung Hong owners do not recognize the Polish labour law, the law on the settlement of collective disputes, and the freedom of workers' association.

I protest against the actions of the Chung Hong owners. I expect a reaction of LG Electronics Poland and Agencja Rozwoju Przemysłu (Industrial Development Agency) against the abuse of labour rights and freedom of association in the Chung Hong factory.

I demand immediate reinstatement of Krzysztof Gazda to work!

Yours Sincerely,

.............................................................

name/organization/signature/date/place

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Streik bei Chung Hong!

(28.06.2012)

Heute ist als Reaktion auf die disziplinarische Entlassung von Krzysztof Gazda, einem Aktivisten der Inicjatywa Pracownicza bei Chung Hong, ein Streik im Chung-Hong-Werk ausgebrochen. Krzysztof wurde trotz fehlender Zustimmung der Gewerkschaft unter fiktiven Vorwürfen entlassen. Die ArbeiterInnen haben die Arbeit niedergelegt und die Maschinen verlassen. Wir bieten um Mails, um eure Unterstützung für den Kampf der ArbeiterInnen und Widerstand gegen die Entlassung von Krzysztof zu zeigen.

Kurze Reportage, in der auch Krzysztof von Chung Hong interviewt wird: http://blip.tv/szumtv/pracownicy-specjalnych-stref-ekonomicznych-6220166

Mails an:

Chung Hong Electronics Sp. z.o.o.
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Vorstandsvorsitzende LG
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Industrieentwicklungsagentur der der Sonderwirtschaftszone Tarnobrzeg:
Agencja Rozwoju Przemysłu
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Genauere Informationen folgen!

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Der Streik bei Chung Hong geht weiter!

(28.06.2012)

Heute ist als Reaktion auf die disziplinarische Entlassung von Krzysztof Gazda, einem Aktivisten der Inicjatywa Pracownicza bei Chung Hong, ein Streik im Chung-Hong-Werk ausgebrochen. Gegen 15 Uhr wurde Krzysztof Gazda ein Schreiben mit der fristlosen Aufhebung seines Arbeitsvertrags (disziplinarische Entlassung) ausgehändigt. Begründet wurde dies mit angeblichen "schweren Verstößen gegen Pflichten aus dem Arbeitsvertrag". Als "schwere Verstöße" betrachtet der Arbeitgeber die Erfüllung von Gewerkschaftspflichten – die Organisierung einer Streik-Urabstimmung, Beteiligung an einer Kundgebung am 15. Juni und die Forderung, ohne Verzögerung eine Vereinbarung über die Wahl eines Schlichters abzuschließen.

Nach der Entlassung von Krzysztof trat gegen 15.30 Uhr die Belegschaft der 2. Schicht in den Streik. Von 50 Arbeitenden legten 15 die Arbeit nieder und wählten ein Streikkomitee. Dieses hält sich in der Betriebskantine auf.

Der Unternehmer rief zunächst die ArbeiterInnen einzeln ins Büro. Als die Streikenden dies ablehnten, kam die Personalchefin Dominika Frydlewicz in die Kantine und forderte alle ArbeiterInnen auf, zu unterschreiben, dass der Unternehmer sie "von der Pflicht zur Erbringung der Arbeitsleistung freistellt". Die Streikenden weigerten sich, diese Dokumente zu unterschreiben, und teilten mit, dass ein Streik stattfinde. Die Vertreterin des Unternehmers "lehnte es ab, diese Information zur Kenntnis zu nehmen", und argumentierte, dass man einen Streik 5 Tage vorher ankündigen müsse (was nicht stimmt: laut Gesetz über Arbeitskämpfe haben ArbeiterInnen das Recht, sofort in den Streik zu treten, wenn der Unternehmer einen Aktivisten entlässt, der einen Arbeitskampf führt). Als nächstes wurde den ArbeiterInnen befohlen, den Betrieb innerhalb von 10 Minuten zu verlassen. Als das nichts brachte, gab der Unternehmer bekannt, die Busse zur Heimfahrt stünden bereit (die Mehrheit der Streikenden wohnt in Walbrzych und Nowa Ruda und hat einen weiten Anfahrtsweg zur Arbeit). Nach einer gewissen Zeit erschien in der Kantine ein Werkschützer von der Firma Nord Wacht, der den Streikenden verbot, außer zur Toilette die Kantine zu verlassen.

Ca. 19 Uhr: Die vom Unternehmer verständigte Polizei trifft im Werk ein. Die Beamten von der Wache Wroclaw-Krzyki befehlen den Streikenden ebenfalls, das "Privatgelände" zu verlassen, denn "der Arbeitgeber wünscht ihre Anwesenheit im Betrieb nicht". Die eingeschlossenen ArbeiterInnen und die landesweite Kommission der IP rufen beim diensthabenden Offizier an und weisen darauf hin, dass das Vorgehen des Unternehmers rechtswidrig ist. Daraufhin zieht die Polizei ab, weil sie keine Straftat feststellen habe feststellen können, und belehrt selbst noch den Unternehmer, dass die Arbeiter das Recht hätten, sich frei auf dem Betriebsgelände zu bewegen – trotzdem verweigert der Werkschutz den ArbeiterInnen aktuell die Möglichkeit, auf den Hof hinauszugehen. Die Streikenden hoffen, dass sich bald mehr ArbeiterInnen dem Streik anschließen, wenn die 20-minütige Pause beginnt.

20 Uhr: Die streikenden ArbeiterInnen sitzen eingesperrt in der Kantine. Sie werden weder nach draußen noch in die (ebenfalls draußen befindliche) Raucherecke gelassen. Ihnen wird gesagt, dass sie entweder in der Kantine sitzen und nur auf Toilette gehen dürfen oder den Betrieb verlassen müssen. Die ArbeiterInnen haben die Polizei verständigt, weil sie widerrechtlich festgehalten werden. Ein Polizist hat mit der Personalchefin – Dominika Frydlewicz – vereinbart, dass die ArbeiterInnen aus der Kantine nur auf die Toilette hinausgelassen werden oder den Betrieb verlassen müssen. Da die Streikenden in der Kantine festgehalten werden, haben sie keinen Kontakt zum Rest der Belegschaft. Die ArbeiterInnen, die sich nicht gleich dem Streik angeschlossen haben und zur Produktionshalle gegangen sind, wurden in der Pause nicht in die Kantine hineingelassen, wo die Streikenden festgehalten werden!

Um 22 Uhr verlassen die am Streik Beteiligten das Firmengelände. Die Sicherheitsfirma hat Verstärkung geholt und bei Chung Hong wimmelt es von Werkschützern. Die Werksbusse sind direkt vor die Tore vorgefahren, um die Streikenden vom Rest der Leute zu trennen. Die Streikenden werden isoliert und mit getrennten Bussen nach Hause gefahren.

WIR BITTEN UM TELEFONISCHEN DRUCK BEIM UNTERNEHMER HEUTE UND MORGEN – der Streik geht weiter!

Die ArbeiterInnen sind bis 23 Uhr im Betrieb.

Ruft an! Verlangt die Rückkehr von Krzysztof ins Werk. Sagt ihnen, dass ihr ihnen auf die Finger schauen werdet. Was heute in dieser Fabrik passiert, ist ein empörendes Beispiel für die Niederhaltung von ArbeiterInnenprotesten! Fordert Schluss mit Repressionen gegen Streikende, die wie Gefangene in der Betriebskantine festgehalten werden!

Chung Hong – Übelste Ausbeutung!

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"Wir müssen gemeinsam handeln, wir müssen Solidarität zeigen" – Stimmen von ArbeiterInnen bei Chung Hong Electronics

(18.05.2012)

Was produzieren die ArbeiterInnen im Chung-Hong-Werk?

Kasia: Wir produzieren alle Komponenten der Mainboard für LG-Fernseher.

Mateusz: Wir führen auch Funktionstests durch. Wir benutzen Maschinen von Fuji und SMT-Technik (Surface Assembly). Mit Siebdrucktechnik tragen wir Lötpaste auf das nackte Laminat auf. Die Maschine ordnet dann die Komponenten auf dem Mainboard an und klebt sie fest. Das ganze Ding geht in den Ofen, wir löten die Komponenten und stecken manuell alle Teile auf, die nicht von der Maschine montiert werden können. Am Ende geht ein halbfertiges Produkt in die Funktionstests.

Was für eine Position hast du bei der Arbeit?

Mateusz: Ich arbeite zur Zeit als Seniortechniker. Bevor ich hier bei Chung Hong angefangen habe, haben Lukasz und ich in England gearbeitet. Das war eine heftige Erfahrung für uns, und deswegen sind wir vor ein paar Jahren nach Polen zurückgegangen. In der Fabrik überwache ich die Maschinen auf Fehlfunktionen, damit die Produktion reibungslos läuft. Ich prüfe auch, ob es auf den Motherboards irgendwelche Fehler gibt.

Kasia: Ich habe vorher illegal in Deutschland gearbeitet. Ich bin zurückgekommen, weil ich einen offiziellen Arbeitsvertrag haben und Rentenansprüche sammeln wollte. Bei Chung Hong habe ich als Operator angefangen, jetzt bin ich in der Qualitätskontrolle. Ich prüfe, ob unsere Produkte die Anforderungen der Kunden erfüllen.

Jola: Ich bin Senior Operator. Ich trage Lötpaste auf die Boards auf und stecke Komponenten auf. Die Arbeit ist schwer. Ich muss sehr sorgfältig sein. Wenn ich einen Fehler mache, fliege ich raus. Außerdem spüren wir ständigen Druck zur Einhaltung der extrem hohen Standards.

Wie kommen die Leute mit solchen hohen Arbeitsnormen klar?

Mateusz: Es ist schwer, die vom Unternehmer aufgestellten Standards zu schaffen. Er berücksichtigt nicht, dass die Effizienz der Produktion von vielen Faktoren beeinflusst wird. Es reicht schon, dass das Material nicht an die Produktionslinie angeliefert wird oder dass Komponenten im Lager fehlen oder irgendeine Maschine einen Defekt hat – dann lässt sich die Norm nicht schaffen.

Kasia: Wenn du den Job nicht rechtzeitig schaffst, musst du an deinem freien Tag kommen. Aber selbst wenn wir die Anforderungen schaffen, kriegen wir keinen Bonus, sondern die Normen werden erhöht.

Wirkt sich die Erhöhung der Produktionszahlen auf die Produktqualität aus?

Lukasz: Die Regeln in der Fabrik sind flexibel. Wenn die Produktionszahlen erhöht werden, wird die Qualität irrelevant, dann zählt nur noch die Quantität. Die Fabrik stellt zusätzliche Techniker ein, die fehlerhafte Produkte reparieren, aber das reicht nicht, um die beste Qualität zu erreichen. In Zeiten niedriger Produktionszahlen dagegen achten wir sehr auf die Produktqualität.

Kasia: Es ist schon passiert, dass wir das Band angehalten haben, weil die Produkte Fehler hatten. Aber ein Manager hat das Band wieder angestellt – Hauptsache, es wird so viel wie möglich produziert.

Lukasz: Die Qualität leidet auch darunter, dass in Zeiten hoher Produktionszahlen neue ArbeiterInnen eingestellt werden. Sie kommen in die Produktion, ohne richtig angelernt zu werden. Letzte Woche wurde eine Neue ohne jede Schulung in der Qualitätskontrolle eingestellt. Sie hatte Angst und keine Ahnung, was sie tun sollte. Ich habe den Produktionsmanager gefragt, wie er sowas zulassen könnte: dass neue Leute nicht geschult werden? Nur weil ich mich eingemischt habe, hat sie eine Schulung bekommen.

Warum habt ihr eine Gewerkschaft gegründet?

Lukasz: Wegen der immer schlechteren Arbeitsbedingungen: Der Sozialfonds wurde abgeschafft; immer mehr ArbeiterInnen arbeiten mit befristeten Verträgen oder über Leiharbeitsfirmen; wir haben keinen Bonus und keine Jahresprämie bekommen; unsere Löhne sind schon seit langem nicht mehr erhöht worden. Einige verdienen immer noch weniger als den Mindestlohn.

Kasia: Früher gab es an Sonntagen einen Zuschlag von 200 Prozent. Jetzt gibt es für Überstunden und Feiertagsarbeit einen Zeitausgleich, der abgebummelt werden kann, wenn im Werk weniger zu tun ist. Alle anderen Bonuszahlungen wurden abgeschafft. Ostern hieß es, es gibt jetzt nur noch Weihnachtsgeld. Weihnachten wurde dann auch das Weihnachtsgeld abgeschafft mit der Begründung, wir sollten froh sein, dass die Fabrik überhaupt noch existiert. Es tut uns auch weh, dass wir wie Maschinen behandelt werden. Vor einiger Zeit war ich krankgeschrieben. Am ersten Tag hat mich der Direktor angerufen und gesagt, ich sollte nicht krank sein, weil die Fabrik dadurch Verluste macht. Ich sollte mich rechtfertigen und sofort in die Fabrik zurückkehren. Der Direktor von Chung Hong wiederholt ständig, dass nichts wichtiger ist als zur Arbeit zu kommen.

Jola: Außerdem wird ständig auf Kosten der Gesundheit der ArbeiterInnen gespart. Im Frühjahr und Sommer steigt die Temperatur in der Fabrik machmal auf über 33 Grad. Leute werden ohnmächtig. Die Klimaanlage wird nicht angeschaltet, um Strom zu sparen. Daher haben die Leute oft miteinander darüber geredet, dass man eine Gewerkschaft gründen müsste. Wir mussten Schritte ergreifen, um gegenüber dem Unternehmer Stärke zu gewinnen.

Warum seit ihr der Arbeiterinitiative beigetreten?

Lukasz: Von der IP haben wir zum ersten Mal durch Flugblätter gehört, die von einer Arbeiterin in der Fabrik und in den Werksbussen verteilt wurden. Im Umkleideraum haben wir IP-Plakate gegen die Diskriminierung von Leiharbeitern gefunden. Das hat uns so mobilisiert, dass wir beschlossen haben, die Idee von der Gewerkschaftsgründung in die Praxis umzusetzen. Wir haben mehr Infos über die IP gesammelt und zusammen einen Konsens erreicht, dass wir es gut finden, wie diese Gewerkschaft funktioniert.

Mateusz: Vor allem gefiel uns, dass die IP nicht hierararchisch ist, kompromisslos auftritt und keine bürokratischen Strukturen hat, die unsere Aktivitäten behindern könnten.

Gosia: In den Sonderwirtschaftszonen gibt es nicht viele Gewerkschaften. Große Gewerkschaften interessieren sich nicht für diese Fabriken, weil viele ArbeiterInnen hier befristete Verträge haben. Für uns ist es wichtig, auch die LeiharbeiterInnen zu unterstützen, weil wir damit die Spaltungen zwischen den ArbeiterInnen überwinden und unsere Position dem Unternehmer gegenüber verbessern wollen.

Wie hat der Unternehmer auf die Gründung der Gewerkschaft reagiert?

Kasia: In den ersten Monaten hat der Arbeitgeber nicht zur Kenntnis genommen, dass es bei Chung Hong eine Gewerkschaft gibt. Er hat unsere Briefe nicht beantwortet, er hat uns die Arbeitszeitregelungen und Lohntabellen nicht zugänglich gemacht, er hat uns unsere Fragen nach dem Sozialfonds nicht beantwortet, er hat uns weder zu Kündigungen noch zu Änderungen an Arbeitsverträgen konsultiert. Ein halbes Jahr lang haben wir ein schwarzes Brett gefordert. Am Ende haben wir es bekommen, aber wir sollten auch einen Vertrag darüber unterschreiben, dass das Brett 60 Zloty im Monat kostet und wir die Inhalte, die wir aufhängen, mit der Geschäftsführung abstimmen müssen.

Jola: Weil der Unternehmer so viele Probleme gemacht hat, glauben andere ArbeiterInnen, dass wir nichts tun. Manche kommen oft zu mir und fragen, wann wir endlich anfangen, für eine Lohnerhöhung zu kämpfen. Ich antworte, dass ich gerne sofort anfangen würde, aber dass wir in den letzten Monaten nicht die Arbeitszeitregelungen und Lohntabellen vom Unternehmer bekommen haben. Wie können wir dann unsere Forderungen konkretisieren und die gewerkschaftlichen Forderungen formell ausdrücken?

Mateusz: Außerdem werden wir von der Geschäftsführung permanent kontrolliert und überwacht. Die Manager folgen uns wie Schatten, so dass wir nicht alle ArbeiterInnen erreichen und mit ihnen redenkönnen. Nach Stunden der Arbeit kehren wir in unsere Wohnorte zurück, die bis zu 100 km auseinander liegen. Das macht es schwerer, ein Treffen außerhalb des Werkes zu organisieren. Seit Anfang an waren die Schwierigkeiten mit dem Informationsfluss ein großes Problem, und das macht auch unsere Gewerkschaftsaktivitäten schwieriger.

Bitte beschreibt die erste Phase der Gewerkschaftskommission. Was waren eure ersten Forderungen?

Lukasz: Der Anfang war nicht leicht. Es war schwer für uns, zehn Leute zusammenzubekommen, um legal die Kommission zu gründen. Zum ersten Treffen kamen nur fünf Leute. Als die Kommission endlich gegründet war, kamen die Leute dazu, so dass wir jetzt über 70 Mitglieder sind.

Mateusz: Als erstes haben wir versucht rauszukriegen, warum der Sozialfonds abgeschafft wurde. Direkt nach Gründung der Gewerkschaft haben wir dem Unternehmer einen Brief mit dieser Frage geschickt, aber erst Monate später haben wir eine Antwort von ihm bekommen. Jetzt fangen wir einen Arbeitskampf an, um den Sozialfonds neu zu verhandeln.

Ihr arbeitet schon seit vielen Jahren im Werk. Könnt ihr sagen, welche Methoden die Arbeiter benutzen, um mit den harten Arbeitsbedingungen klarzukommen?

Gosia: Als ich von Chung Hong eingestellt wurde, habe ich an einem Sichtplatz gearbeitet und große Komponenten getestet. Ich bin aber mit der Geschwindigkeit nicht hinterhergekommen, also habe ich einfach die Komponenten vom Wagen auf die Regale geladen. Ich habe keine Qualitätsprüfung gemacht, weil die Produktionslinie zu schnell für meine körperlichen Fähigkeiten war.

Mateusz: Die von den Beschäftigten am häufigsten verwendete Methode ist Absentismus. Es gibt Leute, die alle paar Tage einen Krankenschein machen.

Kasia: Es ist auch schon passiert, dass Beschäftigte sich weigern, Überstunden zu machen. Vor kurzem sollten sich die Leute in einen Überstundenplan eintragen, aber alle haben das boykottiert, niemand hat sich eingetragen. Natürlich hat die Reaktion des Chefs nicht lange auf sich warten lassen. Er hat bekanntgegeben, es gäbe Sonderbestellungen, und uns zu Überstunden gezwungen. Zur Zeit sind wir zu 150 Überstunden im Jahr verpflichtet.

Wie ist das Verhältnis zwischen Festeingestellten und Leute, die über Leiharbeitsfirmen beschäftigt sind?

Mateusz: Früher hatte die Mehrheit der Beschäftigten im Chung-Hong-Werk unbefristete Arbeitsverträge. Als dann der Produktion zurückgefahren wurde, wurden viele entlassen. Gemäß dem Gesetz über Massenentlassen musste der Unternehmer ihnen Abfindungen zahlen. Seitdem werden mehr und mehr ArbeiterInnen über Leiharbeitsfirmen beschäftigt. Bei hohem Arbeitsanfall kommt über die Hälfte der Belegschaft von Leiharbeitsfirmen. Sie arbeiten höchstens drei Monate, bevor sie rausfliegen. Von den LeiharbeiterInnen, die der Gewerkschaft beitreten wollten, arbeitet hier keine/r mehr. Wir haben keinen Kontakt mit ihnen.

Lukasz: Wir haben uns lange gefragt, was wir tun können, um die LeiharbeiterInnen irgendwie zu unterstützen, aber wir haben keine Ahnung. Wir wissen nicht, wie wir sie verteidigen können. Einstellung über Leiharbeit ist eine echte Tragödie.

Gosia: Ich war bei einer Leiharbeitsfirma und ich habe die Spaltung zwischen Festen und Leiharbeitern als sehr tief empfunden. Ich habe erfahren, dass die Festen keine engeren Beziehungen mit den Prekären eingehen wollen. Es macht keinen Sinn, sich mit ihnen einzulassen, weil sie eh nach zwei Wochen wieder rausfliegen.

Welche Pläne habt ihr für eure gewerkschaftlichen Aktivitäten bei Chung Hong?

Mateusz: Wir warten nicht auf Wunder. Wir bestehen aber darauf, dass unsere Löhne und Arbeitsbedingungen sich verbessern, und wir wollen respektiert und mit Würde behandelt werden. Wir werden die ständige Einschüchterung und Demütigung von ArbeiterInnen und die systematische Verletzung unserer Rechte stoppen.

Jola: Ich wollte den Unternehmer schon oft zuschreien, was ich über ihn und die Arbeit bei Chung Hong denke. Ich wollte ihm sagen, dass die Arbeit hier mein Leben kaputt macht. Ich wollte das tun, auch wenn ich dadurch meinen Job verloren hätte. Letztlich hatte ich dann aber doch nie den Mut dazu. Jetzt schaffen wir zusammen eine Struktur, mit der wir das Verhältnis zwischen Unternehmer und ArbeiterInnen ändern können. Wir wollen diese Struktur zu einem guten Zweck benutzen und hoffen auf Erfolg. Alleine werden wir aber keine großen Veränderungen durchsetzen. Wir brauchen die Unterstützung von anderen ArbeiterInnen. Wir müssen zusammen und solidarisch handeln. Nur gemeinsam werden wir unsere Situation verändern.

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IP und Chung Hong im Arbeitskampf

(14.05.2012)

Inzwischen gibt es seit einem halben Jahr eine Betriebskommission der IP bei Chung Hong Electronics in der Unterzone Kobierzyce der Wirtschaftssonderzone Tarnobrzeg. Der Entstehungsprozess von Strukturen im Betrieb war schwierig und zeigte, wie viele Hinternisse kollektivem ArbeiterInnenhandeln in einer von arbeitsintensiver Produktion und flexiblen Beschäftigungsbedingungen gekennzeichneten Fabrik des globalen Kapitals entgegenstehen. Die Probleme bei der Organisierung waren auf das Arbeitsregime an den Linien, die langen Anfahrtswege zur Arbeit und die Schichtarbeit zurückzuführen. Formale Fragen, Versammlungen und Abstimmungen mussten in der kurzen Zeit vor Arbeitsbeginn (die ArbeiterInnen kamen ca. 40 Minuten vor Schichtbeginn in die Fabrik) oder am produktionsfreien Sonntag organisiert werden.

Während der Herausbildung von Strukturen entschieden wir uns, dass die Gewerkschaftsmitglieder anonym bleiben sollten, um die LeiharbeiterInnen und sonstigen prekär Beschäftigten zu schützen. Dass die Gewerkschaftsmitglieder nicht offen auftragen und uns gleichzeitig permanent das Recht auf ein schwarzes Brett bestritten wurde, hemmte die Verbreitung von Informationen über die Aktionen der Kommission. Das führte zu etlichen Problemen bei formalen Fragen wie Versammlungen und Strategieplanung. Um Informationen zu verbreiten, benutzten wir Flugblätter und SMS. Trotzdem stieg die Zahl der Gewerkschaftsmitglieder von Monat zu Monat – von einem guten Dutzend auf 40 und später auf 80 (aktuell sind wir 73). Zusätzlich wirkte sich die Ignoranz der Geschäftsführung gegenüber dem Willen und der Subjektivität der ArbeiterInnen zu unserem Vorteil aus. Während des fünfjährigen Bestehens der Fabrik hatte es keine größeren ArbeiterInnenrevolten gegeben. Daher dachte die Geschäftsführung, sie hätte eine vollkommen unterwürfige und folgsame Belegschaft, und rechnete überhaupt nicht mit unseren Aktivitäten und Möglichkeiten, Widerstand zu leisten. Es zeigte sich, dass unsere Kraft auch darin besteht, dass wir die erste Gewerkschaft in der Fabrik sind, was uns nach polnischem Recht automatisch ein Vertretungsmandat gibt. Das hieß mehr Spielraum, denn obwohl wir nur ein gutes Dutzend Leute waren, konnten wir sofort im Rahmen aller ArbeiterInnen auftreten und die kollektive Stimme der Belegschaft sein.

Die anfängliche Strategie der Betriebskommission bestand darin, die grundlegenden Mittel für ihre gewerkschaftliche Tätigkeit zu verlangen. Dank der Hilfe der landesweiten Kommission und anderer IP-AktivistInnen konnten wir die ersten Schritte der Gewerkschaft im Betrieb erarbeiten. Der Unternehmer dagegen versuchte auf Zeit zu spielen, indem er sich aufs Briefeschreiben verlegte. Sobald sich die Geschäftsführung von der Information, dass es im Betrieb eine Gewerkschaft gegründet worden war, erholt hatte (zu Anfang war uns mit der Schließung der Fabrik gedroht worden), holte sie eine Anwaltsfirma, die zu einem globalen Konzern gehört und in Polen hauptsächlich in den Sonderwirtschaftszonen Unternehmer in Steuer- und Arbeitsrecht berät. Der Unternehmer setzte darauf, dass diejenigen, die die Gewerkschaft initiiert hatten, keine Erfahrung hätten, dass wir inkompetent wären und keine juristischen Qualifikationen hätten, und behauptete in fast jedem Schreiben an die AktivistInnen unter Berufung auf verschiedene juristische Tricks, die Strukturen seien nicht legal. Die schlauen und extrem komplizierten Schreiben sollten uns ruhig stellen und befrieden: "Wir suchen die Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft", hieß es, während gleichzeitig behauptet wurde, unsere Forderungen seien gegenstandslos, und die Offenlegung aller Gewerkschaftsmitglieder gefordert wurde. Zusätzlich wurden wir eingeschüchtert: Schon die kleinste Widersetzlichkeit werde mit einem Verweis oder einer verhaltensbedingten Kündigung beantwortet werden. Der Unternehmer zog auch Fristen für Antworten und Verhandlungen mit der Gewerkschaft in die Länge, indem er behauptete, dass jede Antwort von ihrer Seite zuerst von ihrer Zentrale in China (!) geprüft werden müsse. Außerdem wurden die AktivistInnen, die sich gleich nach der Entstehung der Kommission geoutet hatten, unter persönliche Überwachung gestellt – jeder/m wurde ein chinesischer Arbeiter zugeteilt und die Verpflichtung zur Erstellung zusätzlicher Berichte auferlegt, um ihnen keinen Augenblick Zeit für gewerkschaftliche Aktivitäten zu lassen. In einer Nachtschicht, wo die Aufsicht üblicherweise sehr viel spärlicher war, saß jemand aus der Geschäftsführung mitten in der Halle (nicht weit vom Arbeitsplatz einer Aktivistin) und sah acht Stunden lang den Leuten bei der Arbeit zu. ArbeiterInnen und GewerkschafterInnen wurden bei der Arbeit fotografiert und gefilmt.

Die Behinderung von Gewerkschaftsaktivitäten war an der Tagesordnung. Fragen, um die wir uns stritten, wurden auf jede nur mögliche Art und Weise . Lange Zeit konnten wir nicht um die Arbeitszeitregelung und Lohntabelle, Erläuterungen hinsichtlich des abgeschafften Sozialfonds und grundlegenden Dingen wie dem schwarzen Brett für die Gewerkschaft bitten. Letzteres war ein echtes Symbol für die Behinderung einer gemeinsamen Stimme der ArbeiterInnen – ohne Ort, an dem Informationen über die Aktivitäten des Unternehmers und der Gewerkschaft ausgehängt werden können, war es schwer, die wichtigsten Nachrichten aus den aktuellen Auseinandersetzungen bekannt zu machen – die sich meistens nicht in der Produktionshalle, sondern im Büro hinter verschlossenen Türen abspielten. Vor einigen Wochen wollte der Unternehmer, dass wir einen Vertrag über das Anbringen eines schwarzen Brettes unterschreiben, in dem er 60 Zloty Monatsgebühr sowie Genehmigung der dort ausgehängten Inhalte verlangte. Die Betriebskommission lehnte den Vertrag ab und verklagte den Unternehmer wegen Behinderung von Gewerkschaftsaktivitäten.

Die sich verschlechternden Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen (die Einführung eines dreimonatigen Abrechnungszeitraums und die damit einhergehende Verlängerung der Arbeitszeit auf eine Sechstagewoche – sogenannte "Zwangsüberstunden" – sowie die Streichung eines Teils der Betriebsbuslinien für die ArbeiterInnen) und die permanente Behinderung unserer Aktivitäten führten zur Entscheidung. einen Arbeitskampf [spór zbiorowy (Kollektivstreit), entspricht rechtlich nach diversen Verschlechterungen weitgehend der deutschen Tarifauseinandersetzung: Kündigung eines bestehenden Tarifvertrags (falls vorhanden), Aufstellung von Forderungen, Verhandlungen, Schlichtung, Streik als letztes zulässiges Mittel. Wie in Deutschland dürfen nur Gewerkschaften Arbeitskämpfe einschließlich Streiks führen. Anm. d. Übers] zu beginnen. Am 30. April stellten wir ein Schreiben mit Forderungen zu – vor allem den Stop weiterer Streichungen von Betriebsbuslinien, Erhöhungen von Löhnen und des Inflationsausgleichs, klare Regeln für Zuschläge und eine Begrenzung der Verlängerung und Flexibilisierung der Arbeitszeit (der Zwangsüberstunden), die Wiedereinführung des Sozialfonds, Informations- und und Zustimmungspflicht durch die Gewerkschaftskommission zu Einstellungen von LeiharbeiterInnen und weitere Fragen im Zusammenhang mit Arbeitsplätzen und Dienstplänen. Der Mai und Juni könnten heiße Monate im Betrieb werden. Wenn der Arbeitgeber nicht in Verhandlungen mit uns eintritt oder diese nicht zu den von uns geforderten Veränderungen führen, treten wir in den Streik. Und wenn wir uns in dieser Zeit unterstützen und solidarisieren, dann wird sich unsere Situation als ArbeiterInnen verbessern. Wir müssen uns gemeinsam entscheiden zu kämpfen. Gemeinsam gegen die Ausbeutung aufstehen.

Am 10. Mai findet eine von der Betriebskommission der IP bei Chung Hong Eletronics organisierte Pressekonferenz statt. Bei der Pressekonferenz geht es um den Arbeitskampf. Im Werk herrschen Ausbeutung und schwere Arbeitsbedingungen (Niedriglohnarbeit, die meisten ArbeiterInnen haben prekäre Verträge, wir sind eingeschüchtert, wir müssen sehr lang und für wenig Geld arbeiten). Wir wollen dagegen kämpfen, deswegen haben wir im Betrieb eine Gewerkschaft gegründet und greifen zu Mitteln wie dem Arbeitskampf. Wenn der Arbeitgeber unsere Forderungen nicht erfüllt, sind wir gezwungen, in den Streik zu treten. Wir wollen, dass die Medien die Sache bekannt machen, weil sie äußerst wichtig für alle ArbeiterInnen ist, die in der Sonderwirtschaftszone bei Wroclaw kämpfen.

Die Pressekonferenz findet statt am 10. Mai 2012 um 14.50 Uhr

Fabryka Chung Hong El.ul. Innowacyjna 4Biskupice Podgórne
Specjalna Strefa Ekonomiczna pod Kobierzycami

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Inicjatywa Pracownicza bei Chung Hong gegründet

(04.01.2012)

Am 6. Dezember 2011 haben ArbeiterInnen bei Chung Hong Electronics (in Kobierzyce in der Subzone Wroclaw der Sonderwirtschaftszone Tarnobrzeg [Im Jahr 2001 wurden in Polen 14 Sonderwirtschaftszonen eingerichtet – in Wirklichkeit keine zusammenhängenden Gebiete, sondern rechtliche Konstrukte, die einen Flickenteppich von Gewerbegebieten zusammenfassen. Die Sonderwirtschaftszonen sind die Hauptstandorte der v.a. von ausländischen Investoren betriebenen polnischen Exportindustrie, die dort weitgehend steuerfrei produzieren und zusätzlich noch Regionalförderung einstreichen kann. Anm. d. Übers.]) zu einer Versammlung aufgerufen, auf der eine Betriebskommission der IP [Damit eine Gewerkschaft in Polen in einem Betrieb legal tätig werden kann, muss von mindestens 10 Personen eine Betriebskommission gegründet werden. Anm. d. Übers.] gegründet wurde. Wenn man bedenkt, dass es in dieser Fabrik noch nie Gewerkschaften gab und die ArbeiterInnen sie aktuell für einen der miesesten Arbeitsplätze in der Sonderwirtschaftszone halten, ist die Organisierung und der Kampfwille der ArbeiterInnen ein großer Schritt und ein beträchtlicher Erfolg.

Chung Hong ist ein chinesischer Subunternehmer für Mainboards für Fernseher, der u.a. für LG, Philips, BenQ, Acer, Kingston und Samsung produziert. Die Firma wurde 1985 in Taiwan gegründet und kurz danach nach Kontinentalchina verlagert. 2007 wurde die Fabrik in Polen gegründet. Wie fast alle Fabriken in der Sonderwirtschaftszone in Kobierzyce (ca. 14 km von Wroclaw) produziert Chung Hong ausschließlich für LG.

Die Fabrik arbeitet gemäß den Prinzipien der flexiblen Produktion. Nach der flexiblen Produktion führte der Unternehmer zur Senkung der Arbeitskosten flexible Beschäftigungsformen ein. ArbeiterInnen, die schon seit dem Anfang im Werk arbeitenb, können sich daran erinnern, dass das nicht immer so war. Flexible bzw. prekäre Beschäftigung durch Leiharbeitsfirmen wurde vor ca. anderthalb bis zwei Jahren massiv ausgeweitet. In Zeiten erhöhten Arbeitsanfalls (im Frühling und Herbst) arbeiten bis zu 50 Prozent LeiharbeiterInnen in der Produktion. Mit Hilfe von Leiharbeitsfirmen wie u.a. Inter Kadra, Men Power und Work & People beutet der Unternehmer billige Arbeitskraft aus, um seinen Profit zu steigern und die ArbeiterInnensolidarität zu zerschlagen. Die LeiharbeiterInnen werden für Zeiträume zwischen einigen Tagen und Monaten beschäftigt, oft werden ihre Verträge wegen Krankheit oder Kinderbetreuung nicht verlängert. Manchmal werden LeiharbeiterInnen sogar bis zu einem halben Jahr beschäftigt und danach vor Weihnachten zu einem "freiwilligen" unbezahlten zweiwöchigen Urlaub gezwungen.

Die meisten Beschäftigten in der Fabrik sind – meist sehr junge – Frauen. Diejenigen, die Kinder haben, lassen sie bei den Großmüttern, Müttern oder anderen Verwandten zur Betreuung – sie erzählen, dass es Kitas und Krippen entweder nicht gibt oder sie zu teuer sind. Die meisten kommen aus kleineren Ortschaften und Städten im südlichen Niederschlesien, die meisten wohnen in der Umgebung von Nowa Ruda und Walbrzych, wo die Arbeitslosigkeit zwischen 20 und 30 Prozent schwankt. Zur Arbeit brauchen sie eine bis zwei Stunden (im Winter noch länger). Zusammengenommen verbringen sie 12 Stunden täglich bei der Arbeit oder auf dem Arbeitsweg.

Wie die Festeingestellten berichten, war es in der ersten Zeit nach Gründung des Werks "nicht ganz so schlecht": Es gab einen Sozialfonds (Urlaubs- und Weihnachtsgeld usw.), es gab auch höhere Löhne und bessere Bedingungen bei den Zuschlägen, es gab auch mehr ArbeiterInnen pro Arbeitsplatz, und die Leute wurden – so erzählen sie – auch anders behandelt. Die ArbeiterInnen erzählen, dass die Arbeitsbedingungen sich unter dem Vorwand der Finanzkrise und nach einem Wechsel der Geschäftsführung stark verschlechterten. Aktuell schwanken die Löhne zwischen 1500 und 1600 Zloty [ca. 360 Euro] brutto (LeiharbeiterInnen bekommen 1400 Zloty [ca. 330 Euro] brutto), Zuschläge wurden teils abgeschafft, teils stark gesenkt. Bei steigenden Lebensmittelpreisen und Mieten zwingt dieses Lohnniveau die ArbeiterInnen zu Überstunden. Im Betrieb wurde der Sozialfonds abgeschafft. Angeblich gilt im Werk die 5-Tage-Arbeitswoche, aber in Wirklichkeit wird fast jeden Samstag (besonders in Zeiten erhöhten Arbeitsanfalls) – entweder "vorgearbeitet" (um später, wenn weniger zu tun ist, abgebummelt zu werden) oder als Überstunden aufgeschrieben. Die ArbeiterInnen machen zwischen zwei und sechs Tagen Überstunden im Monat, oft in Doppelschichten. Ein einziger Fehltag reicht, um den sogenannten Anwesenheitszuschlag in Höhe von 100 Zloty zu verlieren. Die Arbeit wird immer weiter erschwert und intensiviert. Die ArbeiterInnen brauchen immer mehr Zeit für ihre Arbeit (weil der Unternehmer die Arbeitskosten senkt) oder für das Anlernen von neuen ArbeiterInnen (durch das permanente Hire & Fire).

Die meisten Festeingestellten haben befristete Verträge, nur sehr wenige haben ein dauerhaftes Arbeitsverhältnis. Die ArbeiterInnen erzählen, dass Verträge, die in unbefristete umgewandelt werden müssten, oft auslaufen und man dann nach ein paar Monaten einen Anruf bekommt, ob man nicht wieder im Werk anfangen wolle. Die Frauen an den Bändern sagen: "Hier fühlst du dich nie sicher, am einen Tag hast du Arbeit und am nächsten nicht. Man weiß nie, wen es trifft."

Die Betriebskommission ist schon seit fast einem Monat aktiv. Es war eine gemächliche Etappe mit Treffen bei großer Unterstützung von anderen IP-AktivistInnen. Am Anfang mussten wir uns erstmal über das Arbeitsrecht und das Gewerkschaftsgesetz schlau machen, um ernsthaft mit der Arbeit zu beginnen und im Werk Ordnung zu schaffen.

Es sind ca. 40 Leute in die Gewerkschaft eingetreten, darunter auch ZeitarbeiterInnen. Aktuell tritt im Betrieb nur der Vorstand offen auf, v.a. um andere ArbeiterInnen vor Repressionen seitens des Unternehmers zu schützen. Der Kontakt unter den Leute in der Gewerkschaft ist erschwert, der Unternehmer verbietet Versammlungen während der Arbeitszeit. Wir können uns nur in den Pausen und in der Zeit vor Arbeitsbeginn treffen. Bis jetzt haben wir dem Unternehmer ca. 10 Briefe geschrieben, in denen wir um die Offenlegung der Arbeitszeit- und Lohnregelungen und des Funktionierens des Sozialfonds bitten und die Einführung einer Arbeitssicherheitskommission im Betrieb zur Kontrolle der Arbeitsbedingungen beantragen. Wir wollten außerdem einen Raum und ein schwarzes Brett für unsere Gewerkschaftstätigkeit sowie grundlegende Informationen über die Geschäftsführung und die Höhe ihrer Gehälter im Vergleich zu unseren. Der Unternehmer antwortet auf keine Briefe (er hat dazu 30 Tage) und lehnt es ab, die Arbeitszeitregelung zugänglich zu machen. Diese Daten sind aber unverzichtbar für die Einführung eines Tarifvertrags und den weiteren Kampf für Arbeiterrechte.

ARBEITERINNEN UND ARBEITER VON CHUNG HONG, ORGANISIERT EUCH, NUR WENN WIR GEMEINSAM HANDELN, SIND WIR STÄRKER ALS DER UNTERNEHMER.

 

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