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Amazon stellt ein? Amazon entlässt! - Flugblattaktion

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In der letzten Zeit haben etliche Amazon-Mitarbeiter unserer Gewerkschaft, der OZZ Inicjatywa Pracownicza [Arbeiterinitiative] bei AMAZON Fulfillment Poland Sp. z o. o., davon berichtet, dass sie von Amazon an ihre Wohnadresse Briefe mit Fragen nach krankheitsbedingten Fehlzeiten bekommen haben. Wir haben auch von einem guten Dutzend Kündigungen von Leuten erfahren, die krank waren oder sind. Einige wurden tatsächlich entlassen, andere haben beim Arbeitsgericht Klage eingereicht. Die Firma entlässt Mitarbeiter auch wegen nicht erreichter Stückzahlen (obwohl es keine Zulagen für Stückzahlen gibt und nicht im Akkord gearbeitet wird).

Aus diesem Grund hat die OZZ IP am 3. August 2016 zum Schichtwechsel von 17-18 Uhr vor dem Betrieb bei Amazon in Sady eine Flugblattaktion durchgeführt, die sich an die Arbeiter und Arbeiterinnen der Firma richtete. Nachfolgend veröffentlichen wir den Inhalt des verteilten Flugblatts und Meinungen von entlassenen oder von Entlassung bedrohten Arbeitern und Arbeiterinnen.

Amazon stellt ein? Amazon entlässt!

Amazon kündigt Mitarbeitern wegen Krankschreibungen und wegen Stückzahlen und Fehlern. Häufig betrifft es die "alten" Mitarbeiter. Zu den "Alten" gehört man bei Amazon angesichts der hohen Fluktuation schon nach einem halben Jahr. Wir als Inicjatywa Pracownicza fordern, dass Amazon sofort aufhört, Mitarbeitern wegen Krankschreibungen oder wegen Nichterreichung der hochgeschraubten Normen zu kündigen, während gleichzeitig ständig Leute mit prekären Einmonatsverträgen über Leiharbeitsfirmen eingestellt werden.

Arbeitgeber müssen bei Kündigungen die Gewerkschaft konsultieren. Die Gewerkschaft überprüft die Kündigungen dann juristisch. Wir konnten schon eine Reihe von unrechtmäßigen Kündigungen aufdecken. Wir sorgen auch für Rechtshilfe vor Gericht.

Wir fordern die Senkung des gesundheitsschädlichen Leistungsdrucks, d.h. die Abschaffung des Feedback-gestützten Bewertungssystems. Die Mitarbeiter klagen, dass Amazon und die Leiharbeitsfirmen die Menschen ausquetschen wie Zitronen - die Stückzahlen werden über jede Belastungsgrenze hinaus hochgeschraubt, und wenn die Mitarbeiter das Tempo nicht mehr mithalten können, werden sie einfach rausgeworfen.

Kündigung wegen Krankheit?

Worum geht es? Die Gewerkschaft hat von einem guten Dutzend Kündigungen von Leuten erfahren, die krank waren. Die Leute bekamen von der Firma ein Schreiben mit dem Ausdruck des Bedauerns. Mehreren Leuten wurde gekündigt, einige haben beim Arbeitsgericht Kündigungsschutzklagen eingereicht. Amazon versucht auch Mitarbeitern zu kündigen, die "unentschuldigt fehlen", ohne es selbst zu wissen. So geschehen 2015 durch einen Fehler in der Personalabteilung.

Was halten wir davon? Die Arbeit bei Amazon ist schwer: Wir laufen bis zu 15 km pro Schicht, heben schwere Waren und Pakete und entladen und packen im Stehen. Dazu anstrengender Lärm, ständige Überwachung und Antreiberei. Kein Wunder, dass die Mitarbeiter krank werden und Probleme mit dem Rücken, der Wirbelsäule, den Beinen und den Armen haben. Die Gewerkschaft ist nicht einverstanden damit, dass krankheitsbedingte Fehlzeiten als Verletzung von Arbeitspflichten behandelt werden. Über Krankschreibungen bestimmen nicht die Mitarbeiter, sondern die Ärzte. Die Manager rufen bei den Stand-ups immer wieder dazu auf, im Krankheitsfall nicht zur Arbeit zu kommen.

Was tun? Du hast das Recht, krank zu werden. Gib die Krankschreibung pünktlich ab. Informiere spätestens am zweiten Tag die Hotline über deinen gelben Schein. Frag nach, ob irgendwelche unentschuldigten Fehlzeiten für dich eingetragen worden sind. Prüf nach (in der Timeline, beim Hub oder bei der Hotline), ob deine Krankmeldung eingetragen ist, verlass dich nicht auf die mündlichen Zusicherungen der Manager. Wenn sie dich entlassen wollen, unterschreib nichts und setz dich mit der Gewerkschaft in Verbindung.

Kündigung wegen Stückzahlen?

Worum geht es? Leuten wird gekündigt wegen "Fehlern im Sinne einer Abweichung vom in der Firma gültigen Standard und der Nichterreichung der vom Mitarbeiter erwarteten Ergebnisse im Bereich Produktivität / Leistung." Selbst für Ergebnisse von 99,8% bekommen Mitarbeiter eine "Entlassungsempfehlung". Die Firma behauptet, dass sechs Feedbacks pro Jahr ausreichen, um einen festen Vertrag zu kündigen.

Was halten wir davon? Die Arbeit bei Amazon führt leicht zu gesundheitlichen Problemen, besonders wenn man schnell arbeitet. Wenn die Firma sich ernsthaft Sorgen über die Gesundheit ihrer Mitarbeiter macht, sollte sie keine Kündigungen wegen nicht erreichter Stückzahlen oder Fehlern aussprechen. Der enorme Ergebnis- und Leistungsdruck wirkt sich nämlich negativ auf die Gesundheit aus. Laut Arbeitsvertrag werden die Mitarbeiter nach Stunden bezahlt, nicht nach Akkord. Sie bekommen keine individuellen Zuschläge, wenn sie die Norm übertreffen, aber die Firma entlässt sie, wenn sie die Norm nicht schaffen. Das ist ungerecht und juristisch fragwürdig.

Was tun? Informiere dich über die von Amazon auf der Tafel am Osteingang aushängten Mindestanforderungen. Frag die Teamleads nach dem Minimum. Denk dran: das Minimum ist nicht das gleiche wie das Ziel (d.h. die von den Teamleads ausgegebene Stückzahl). Das Minimum ist niedriger als das Ziel. Es errechnet sich aus der bisherigen Leistung der ganzen Abteilung, d.h. je schneller wir heute arbeiten, desto höher liegt zukünftig das Minimum. Wenn sie dich entlassen wollen, unterschreib nichts und setz dich mit der Gewerkschaft in Verbindung.

Unsere Gewerkschaft unterstützt Betroffene, wir nehmen Stellung zu Kündigungen und bieten Rechtsschutz. Wir haben keine Angst zu reagieren. Mach mit bei uns. Nur gemeinsam können wir uns durchsetzen!

Gewerkschaft Inicjatywa Pracownicza Amazon
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Tel. 721-852-897
Briefkasten am Gewerkschaftsbrett in der unteren Kantine in Sady


Was denken die Gekündigten darüber?

"Bei Amazon bekommen wir jeden Tag Vorträge über Sicherheit und Gesundheitsvorsorge zu hören, aber die Realität sieht anders anders. Nicht jeder kommt mit der Arbeitshetze bei Amazon klar. Der Mensch wird behandelt wie eine Maschine. Aber selbst Maschinen haben Pannen und stehen still. Nur wir dürfen das nicht."

"Ich arbeitete schon seit Anfang an bei Amazon. Ich bin über 30, ich brauchte den Job. Ich habe Überstunden gemacht, Rekorde gebrochen und jede Menge gehoben. Das ist mir ganz schön auf die Gesundheit gegangen. Und das ist jetzt der Dank. Das kann ich nicht akzeptieren, ich fühle mich richtig mies behandelt. Sie haben mich ins Büro gerufen. Der Manager hat mich nicht verteidigt, er hat mir nicht in die Augen gesehen. Er hat irgendwas über eine unentschuldigte Abwesenheit im letzten Jahr an einem Sonntag gesagt, dabei habe ich sonntags gar nicht gearbeitet. Ich wollte, dass jemand von den Gewerkschaften dabei ist, das haben sie nicht erlaubt. Ja, ich war krank. Aber ich hatte ganz korrekte ärztliche Bescheinigungen. Sie haben keinen Respekt vor Menschen, sondern schicken einen einfach in die Personalabteilung, und wir arbeiten für sie. Vieles hat sich zum Schlechteren verändert. "

"Mir sind Fehler passiert, aber anderthalb Jahre lang habe ich gearbeitet und alles war gut. Plötzlich begannen die Feedbacks und sie nahmen mich aufs Korn. Sie haben mich entlassen. Vielleicht ist das wegen der geplanten Zuschläge nach Betriebszugehörigkeit? Aber wer soll die bekommen? Meiner Meinung nach will Amazon die Leute loswerden, die zu lange hier arbeiten, die zu viel wissen."

"Ich arbeite hier seit 2014. Ich warte auf eine Operation. In diesem Jahr war ich 35 Tage krankgeschrieben. Das hat gereicht. Die Firma hat zwei Gesichter: Auf der einen Seite fragt mich die Frau aus der Personalabteilung, wie sie mir helfen kann, auf der anderen Seite teilt sie schon der Gewerkschaft mit, dass ich entlassen werde. Das kann ich nicht akzeptieren, das ärgert mich wahnsinnig. Ich könnte vorsichtig in einer Abteilung arbeiten, wo man weniger heben muss, aber sie schicken dich extra dahin, wo du es nicht schaffst."

"Als ich herkam, war ich begeistert, alles bunt, viele Worte über Entwicklungsmöglichkeiten und Weiterbildungsmaßnahmen. Nicht nur schuften und sich hervortun. Einfache Arbeit, mit Arbeitsvertrag, ein verlockendes Angebot. Ein halbes Jahr habe ich über eine Leiharbeitsagentur gearbeitet und die blauen Badges beneidet. Als ich den selbst bekam, dachte ich, jetzt habe ich es geschafft, die Zukunft ist gesichert. Von wegen. Dann ging es los mit den Versetzungen in andere Abteilungen, auf andere Arbeitsplätze, zu anderen Managern. Ständiger Leistungsdruck, fürchterlicher Druck, die Stückzahlen zu schaffen. Es gibt Tage, an denen du Power hast und Berge versetzen kannst, an anderen Tagen hast du schwierigere Bestellungen oder einen schwierigeren Arbeitsplatz und es läuft nur im Schneckentempo. Einmal Feedback und nochmal und schon sieht es schlecht aus."

"Sie behaupteten, dass ich Fehler gemacht habe. Kann ja sein. Man steht oder läuft zehn Stunden, ob bei Nacht oder Tag. Die Computer und Scanner stürzen auch ab. Aber das System ist gnadenlos und zählt alles. Müdigkeit ist ihm egal. Niemand macht absichtlich Fehler, das kann jedem passieren, es lässt sich gar nicht vermeiden."

"Ich fing an, unter dem Lärm vom Fließband zu leiden, die Stecker funktionierten nicht. Ich bearbeitete die Problemfälle, ich dachte, ich habe einen gewissen Wert und Erfahrung. Wegen des Lärms ließ ich mich versetzen und wurde Springer. Wenn der Teamlead dich nicht mag, ist es schwer, die Karriere zu machen, von der Amazon redet, selbst wenn man 110 Prozent gibt. Dann wurde ich ernsthaft krank. Für mich ist die Kündigung ein schwerer Schlag. Es kam ein Briefchen über Fehlzeiten, Amazon würde sich fragen, wie sie mir helfen könnten? Es gibt Arbeitsplätze, an denen ich arbeiten könnte, aber mir ist bewusst, dass mich niemand dorthin versetzt, weil es niemanden interessiert. Die Firma will das Problem loswerden. Du bist hier nur eine Stückzahl und sonst nichts."

"Ich habe Respekt vor der Arbeit. Ich habe 17 Monate hier gearbeitet. Ich habe die Arbeit nicht auf die leichte Schulter genommen, ich war nur einmal krank. Ich habe gearbeitet, so gut ich konnte, und habe alles gegeben. Und wie hat mir die Firma gedankt? Sie haben mich zu einem Gespräch geladen und gesagt, ich hätte die geforderten Stückzahlen nicht gebracht. Ich habe mich angestrengt, aber ich wollte mich nicht auch nicht abhetzen. Und das hat sich für sie nicht gerechnet. Ich habe eine Familie und Kinder, ich wollte normal arbeiten."

"Auf den Meetings sagen die Manager, dass wir uns melden und nicht zur Arbeit kommen sollen, wenn wir krank sind. Das sind nur leere Worte. Die Leute haben ein Recht, krank zu werden. Wenn wir gebraucht werden, ist alles wunderschön, aber wenn dir etwas passiert, dann weiß du, dass schon die Nächsten deinen Platz einnehmen. Ausbeutung, null Respekt für die Mitarbeiter. Ich möchte, dass Gerechtigkeit herrscht, aber die Leute haben Angst, den Mund aufzumachen."

"Leute! Lasst euch nicht einreden, dass Amazon irgendwas für euch tut! Die Geschäftsführung von Amazon weiß ganz genau, dass Arbeit in diesem Tempo auf Dauer nicht auszuhalten ist. Wie soll sich sowas mit einem anderen, normalen Leben vereinbaren lassen! Könnt ihr euch vorstellen, drei Jahre bei ständig steigenden Normen zum Beispiel im Pick zu arbeiten? Das sage ich denen, die gerade anfangen, denn die, die hier schon eine Weile gearbeitet haben, wissen, was los ist."